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Beschreibung:
Lyrikband
ISBN 978-3-941271-26-5
88 Seiten, broschiert, Schiller Verlag Hermannstadt - Bonn 2009
29 Lei / 7 Euro
Beschreibungen und Gedankenfragmente wechseln sich ab in einer erlebten Landschaft zwischen Mitteleuropa und der Kaukasusregion.
Micul Dejun lebt und arbeitet und Dresden und Hermannstadt.
Die Heimat schon verloren
Poesie eines Reisenden / Neues Buch von Paul Jeute im Schiller Verlag
Es sind die Eindrücke eines Weltenbummlers und Herumtreibers, die Micul Dejun in dem Poesieband ‚stay punk stay free stay gipsy‘ verarbeitet. Micul Dejun, alias Paul Jeute, der als „Altpapierhändler & Glöckner, Kerzenanzünder & Requisitenbauer, im Museum und im Archiv, als Deutschlehrer und Journalist“ in Deutschland, Rumänien und Tschechien gearbeitet hat, gibt dem Leser Einblicke in die Gedankenwelt eines ewig Reisenden.
‚stay punk stay free stay gipsy‘, 2009 im Hermannstädter Schiller Verlag erschienen, präsentiert Gedichte – vielmehr Gedankenfragmente – aus Paul Jeutes Zeit in Rumänien, Tschechien, Schweden, Georgien, Ungarn, der Ukraine, und seiner Heimatstadt Dresden. Drei Jahre lang von 2004 bis 2007 tourte Jeute vornehmlich durch den Südosten Europas und muss während einer Visite in Dresden konstatieren: „die Welt, meine Welt, war nie so leer wie in den letzten Tagen und ich mittendrin, weiß nicht wohin ich soll, sein soll, bleiben soll, wie auch immer“. Doch auch in der Ferne findet der Autor keinen Frieden. „Was soll ich auf der Straße meines Lebens? Meinen Fuß verstaucht, in der Heimat den Frieden. Abschied. Ohne Gewissen. Dafür ein paar kalte Stunden, wofür?“, fragt sich Paul Jeute in Hermannstadt und schließt mit den Worten: „Hilf mir hier raus. Ich liebe dich.“ Was ihn immer wieder in die Fremde treibt, die ihm vertrauter zu sein scheint als seine Heimat Dresden, bleibt des Autors Geheimnis. Was ihn von Zeit zu Zeit an einen Ort bindet scheint die Liebe, vielleicht auch nur das Verhältnis zu einer Frau zu sein. „Kleines Mädchen, Augenbrauen, zu küssender Mund, wahnsinnig, rumänisches Mädchen, alle Plätze sollten golden sein, Begierde, Angst, Stolz, verheiratet für eine Nacht, nach Alba vorbei…“, bekennt Jeute in Schäßburg.
Es ist der Traum vom edlen Herumtreiben, den Paul Jeute in Gestalt seines Alter Egos Micul Dejun auslebt. Die achtzig Gedichte zeigen vielfach einen Bezug zu jener Stadt, oder jenem Land in welchem sie verfasst wurden. Manchmal sind sie komisch, manchmal unglaublich, doch allzu oft tottraurig und gezeichnet von Einsamkeit und Selbstzweifeln. Wer einmal fortgegangen ist, der komme nicht mehr zurück, heißt es. Heimat in der Fremde, oder Heimatlosigkeit? ‚stay punk stay free stay gipsy‘ bestätigt, dass die Heimat schon verloren ist, auch wenn sie nur eine Zeit lang verlassen wird. Nicht die Heimatstadt, das Heimatland, Familie und Freunde verändern sich, sondern der Reisende, der geprägt von fremden und neuen Eindrücken, gezeichnet von neuen Einstellungen und Ansichten, nicht mehr derjenige seien kann, welcher er zuvor war. Die Welt um ihn herum bleibt stehen, doch der Reisende bewegt sich immer weiter und muss die Erinnerungen an seine Heimat löschen, um den Bildern aus der Fremde Platz zu schaffen.
Paul Jeute beschreibt es in einem ‚Neujahrfragment‘ wie folgt: „Die Kälte der Jahre, die Zuneigung der Fremde, in der Fremde? Wo ist Liebe? Verschwunden. Ertrunken im Brunnen? Ich grub ihn.“ „Wer einmal gegangen ist, der wird immer gehen“, eröffnete mir der Autor im Gespräch. Es scheint als sei Micul Dejun’s Poesiesammlung Paul Jeutes Bekenntnis zum Verlust der Heimat.
Christoph STRATO
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